Soteria-Netzwerk
Herzlich Willkommen auf der Website der
Internationalen Arbeitsgemeinschaft Soteria (IAS)
Auf diesen Seiten finden Sie Informationen
- zur Internationalen Arbeitsgemeinschaft Soteria
- zum Soteria-Konzept und zur psychiatriepolitischen Diskussion
- zu Soteria-Einrichtungen, Soteria-Projekten und Soteria-Initiativen.
Diese Seiten wenden sich an Betroffene, Angehörige und Professionelle.
Für die Inhalte der eingestellten Links können wir keine Verantwortung übernehmen.
Stand: 3. Januar 2008
Inhaltsverzeichnis
Internationale Arbeitsgemeinschaft Soteria (IAS)
Entstehung des Soteria-Gedankens
Umsetzung des Soteria-Gedankens in Deutschland
Stationen mit integrierten Soteria-Elementen
Internationale Arbeitsgemeinschaft Soteria (IAS)
Es finden regelmäßige Jahrestagungen statt, die der Vernetzung der einzelnen Einrichtungen und Initiativen zur Weitergebe
von Wissen, Erfahrungen und praktischen Strategien für die Implementierung von Soteria-Projekten dienen.
Die IAS wurde von 1997 bis 2006 von Herrn Professor Dr. Wielant Machleidt (Medizinischen Hochschule Hannover) geleitet.
Seit 2006 ist Herr Dr. Wolfgang Eymer (Chefarzt am Klinikum München Ost)
neuer Vorsitzender, Stellvertr.: Roswitha Hurtz (Oberärztin
der Soteria Haar).
Die Entstehung des Soteria-Gedankens
Der Schweizer Psychiater Luc Ciompi gründete in Anlehnung an die Soteria in Kalifornien 1984
die Soteria Bern, die bis heute besteht.
Kernelemente des Soteria-Konzeptes sind:
· Psychosebegleitung in Form aktiven Dabeiseins („being-with“),
· Zurückhaltender Umgang mit neuroleptischer Medikation
· Milieutherapeutischer Ansatz
Umsetzung des Soteria-Gedankens in Deutschland
In Deutschland gibt es die seit 1999 bestehende Soteria in Zwiefalten und die seit 2003 bestehende Soteria in Haar
bei München.
Darüber hinaus konnten in etlichen psychiatrischen Kliniken sogenannte "Soteria-Elemente" in den klinischen Alltag
integriert werden. Diese Stationen arbeiten mit einem psychodynamischen beziehungsorientierten Ansatz und
einem milieutherapeutischen Schwerpunkt. Insbesondere wird dort die therapeutische Beziehung
zum Patienten in den Mittelpunkt gestellt. In der Regel bedeutet es auch, dass diese Stationen offen geführt
und wohnlicher eingerichtet werden. (s. auch "Kriterien für Stationen mit
integrierten Soteria-Elementen“).
Dies ist unter anderem in Kliniken in Aachen, Friedberg, Gießen, Hamm, Hannover und Langenfeld der Fall.
Außerdem gibt es etliche Einrichtungen im stationären und ambulant-komplementären Bereich und im Bereich der
Selbsthilfe, die nach soteria-ähnlichen Prinzipien arbeiten, sich aber nicht explizit so nennen. (beispielsweise
Wohngruppe des PTV Solingen, Marien-Hospital Herne, Weglaufhaus Berlin, Krisenpension Berlin, u.a.)
Soteria-Kriterien
Im Folgenden finden Sie die
· Kriterien für Soteria-Einrichtungen
· Kriterien für Stationen mit integrierten Soteria-Elementen
Kriterien für Soteria-Einrichtungen
(Definition von Loren Mosher und Luc Ciompi 2004)
1. Setting
2.Soziales Umfeld
3. Soziale Struktur
4. Betreuerteam
5. Zwischenmenschliche Beziehungen
6. Therapie
7. Medikamente
8. Aufenthaltsdauer
9. Nachbetreuung
Kriterien für Stationen mit integrierten Soteria-Elementen
(definiert von Verena Bonnet/ ZSP Mittlere Lahn / Gießen und Wielant Machleidt/ MHH Hannover)
1.Therapeutische Grundhaltung
· Ganzheitliches Psychoseverständnis
2.Therapeutische Rahmenbedingungen
· Konzeptuelle und personelle Kontinuität von Behandlungsbeginn bis zur Entlassung
3.Milieu-Merkmale
· Möglichst geringe Patientenzahl
4.Therapeutische Interventionen
· Aufnahmekultur
Soteria-Einrichtungen
Stationen mit integrierten Soteria-Elementen
Verwandte Projekte
Literatur
Klein, gemeindezentriert, offen, freiwillig, heimartig, mit nicht mehr als 10 Betten inkl. für zwei Staff-Mitglieder
(ein Mann und eine Frau), die mit Vorteil in 24-48-Std-Schichten arbeiten, um die nötige langfristige intensive
1:1-Betreuung zu gewährleisten.
Respektvoll, zuverlässig, klar, voraussagbar, Obdach, Sicherheit und Schutz gewährend, haltend, mit individuell
abgestimmter Stimuluskontrolle, Stützung und Sozialisation. Soll mit der Zeit als Ersatzfamilie erlebt werden können.
Erhaltung von persönlicher Entscheidungsfreiheit und Autonomie zwecks Vermeidung der Entwicklung von unnötiger
Abhängigkeit. Förderung von gegenseitigen Beziehungen. Minimale Rollendifferenzierung zwischen Staff und Klienten
zwecks Förderung von Rollenflexibilität, Beziehung und Kontakt. Gemeinsame Erledigung von täglichen Hausaktivitäten
wie Kochen, Putzen, Einkaufen, Musizieren, künstlerische Betätigung, Ausflüge etc. zwecks Aufrechterhaltung des
Bezugs zum Alltagsleben.
Eventuell psychiatrisch geschulte Berufsleute, speziell geschulte und ausgewählte Laien, ehemalige Klienten, die in
frühere Behandlungsprogramme einbezogen waren, oder eine Kombination dieser drei Kategorien. Berufsbegleitende
Ausbildung durch Supervision der Arbeit mit Klienten und Familien sollte bei Bedarf für sämtliche Betreuer verfügbar sein.
Haben zentrale Bedeutung für das Gelingen des Programms. Werden erleichtert durch ideologisch nicht festgelegte
Betreuer, die der Psychose mit offenem Geist gegenüberstehen, positive Verlaufserwartungen vermitteln, das
subjektive psychotische Erleben als real bewerten im Licht des Verständnisses, das sich durch „Mitsein“ und
„Mittun“ mit den Klienten entwickelt. Keinerlei psychiatrischer Jargon soll im Umgang mit Klienten gebraucht werden.
Sämtliche Aktivitäten werden als potentiell „therapeutisch“ eingestuft. Keine formellen Therapiesitzungen mit
Ausnahme von Familieninterventionen. Hausinterne Probleme sollen in gemeinsamem Gespräch mit allen Beteiligten
sofort angegangen werden.
Keine oder nur niedrig dosierte neuroleptische Medikation zwecks Vermeidung von akuten Dämpfungseffekten mit
Unterdrückung der emotionalen Ausdrucksfähigkeit. Zugleich Vermeidung von langfristig toxischen Wirkungen.
Benzodiazepine können kurzzeitig zur Harmonisierung des Schlaf-Wachrhythmus’ eingesetzt werden.
Soll genügend lang sein, so dass Beziehungen entwickelt, auslösende Ereignisse erkannt, versteckte schmerzhafte
Gefühle erlebt und ausgedrückt und in die Kontinuität der persönlichen Lebensgeschichte eingeordnet werden können.
Persönlichen Beziehungen mit Betreuern und Klienten nach der Entlassung sind zu ermutigen, um (wenn nötig) die
Rückkehr ins normale Leben zu erleichtern und die Entwicklung von Netzwerken von Gleichgestellten mit
Problemlösungspotentialen in der Gemeinschaft zu fördern. Die Verfügbarkeit von Netzwerken, welche die
Integration von Klienten und des Programms selber in die Gemeinschaft befördern, ist von kritischer
Bedeutung für den langfristigen Ausgang.
- die seelische Dimension steht im Vordergrund
- Psychose als psychische Extremreaktion im Rahmen einer schweren Krise
· Zwischenmenschliche Beziehung als primärer Bestandteil der Therapie
· Dabeisein
- durch den psychotische Zustand begleiten
· Individualisierung
- der einzelne Mensch mit seinem subjektiven Erleben, seiner Situation und seiner
Lebensgeschichte ist im Mittelpunkt
· Positive Erwartungshaltung
- ein Mensch in einer psychotischen Krise hat grundsätzlich ein Potential zur Wiederherstellung
seiner Persönlichkeit und zur Integration der Psychose in seinen Lebenszusammenhang
· Akzeptanz der Psychose-Erfahrung
- die Psychose-Erfahrung wird als subjektive Realität des Patienten angenommen, die
grundsätzlich bedeutungsvoll und sinnvoll sein kann
· Behandlerkonstanz bei Wiederaufnahme
· Bezugstherapeutensystem
· Weiterbehandlung im gemeindepsychiatrischen Versorgungssystem
· Supervision
· Persönliches Milieu
- individuelle räumliche Gestaltung der Station
- das therapeutische Milieu ist durch die zwischenmenschliche Begegnung geprägt
· Klinische Hierarchie minimiert
- prinzipielle Gleichwertigkeit der Teammitglieder bei unterschiedlichen Funktionen
· Aufgabenteilung
- Aufgabenteilung unter den Teammitgliedern unterschiedlicher Berufsgruppen
- Teilung der Alltagsaufgaben zwischen Teammitgliedern und Patienten
· Station als Begegnungs-und Kommunikationsraum
- Wohnküche, Wohnzimmer, runder Tisch etc.
· Offene Stationstür
· Kooperation mit Angehörigen
- Einbeziehung der Angehörigen in den therapeutischen Prozess
(Familienzusammenkünfte / Familiengespräche / Kooperationspartner in der
Einzelbetreuung von Patienten in der akuten Krise)
· Supportive Haltung des Teams
- Haltende Umwelt - Präsenz, Halt, Unterstützung, Fürsorge (Holding)
· Empathisches Verstehen und Integrieren psychotischer Symptomatik
- Containing
· Möglichst niedrig dosierte Psychopharmaka
· Fakultative Begleitung im weichen Zimmer
- 1: 1 Kontakt bei Bedarf
· Biographische Integration der Psychose
· Entwicklung eines lebensgeschichtlichen Kontexts für die Krise
· Gruppenzusammenkünfte
- zur Regulierung interpersoneller Probleme
- zur Förderung von Peergroups
· Bedürfnisorientierte familiäre Unterstützung
Bühlstr.19 A; CH – 3012 Bern
soteria@soteria.ch
www.soteria.ch
Ansprechpartner: Fr. Sabine Leisinger (Leiterin Soteria)
leisinger@igsbern.ch
Hr. PD Dr. Holger Hoffmann (Chefarzt Soteria Bern)
Holger.Hoffmann@spk.unibe.ch
Soteria Zwiefalten, Brunnensteige 4, 89584 Zwiefalten
www.soteria.de
Ansprechpartner: Hr. Ulrich Annussek (Dipl.-Psych./ Leitung
ulrich.annussek@zfp-zwiefalten.de
Dr. Hans Renz (Chefarzt Soteria Zwiefalten)
Tel. 07373/100 (Infozentrale, mit Dr. Renz verbinden lassen)
hans.renz@zfp-zwiefalten.de
Klinikum München-Ost, Ringstr.14, 85529 Haar
www.bkh-haar.de/index.html?/fachbereiche/allgemein/west/stationen/Station_14/POS101_Station_14_B__BR_.asp
Ansprechpartner: Fr. Irmi Breinbauer (Stationsleitung)
breinbauer@krankenhaus-haar.de
Fr. Roswitha Hurtz (Oberärztin)
Tel. 089/4562-3788
hurtz@krankenhaus-haar.de
Alexianergraben 33, 52062 Aachen
www.alexianer-aachen.de
Ansprechpartner: Dr. Wassili Hinüber (Leitender Oberarzt)
hinueber.w@alexianer-aachen.de
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Bürgerhospital Friedberg,
Johann-Peter-Schäfer Strasse 3, 61169 Friedberg
www.kkh-friedberg.de
Ansprechpartner: Fr. Linda Steinbach (pflegerische Stationsleitung)
l.steinbach@kkh-friedberg.de
Dr. Michael Putzke (Oberarzt)
Tel. 06031 /89 13 19
m.putzke@kkh-friedberg.de
Haus 9, Licher Straße 106, 35394 Gießen
Tel. 0641 /4030
www.zsp-mittlere-lahn.de
Ansprechpartner: Dr. Verena Bonnet (Oberärztin)
Gert Mehles (Diplom-Psychologe)
gert.mehles@kpp-giessen.de
Arno Jung (Pflegerische Stationsleitung)arno.jung@kpp-giessen.de
Station 50 A, Carl-Neubergstr.1, 30625 Hannover
Tel. 0511/ 532 3512
www99.mh-hannover.de/kliniken/sozialpsychiatrie
Ansprechpartner: Matthias Albert (Pflegerische Stationsleitung)
Knappenstr. 19, 59071 Hamm
Tel. - 02381/180
www.marienhospital-hamm.de
Ansprechpartner: Manfred Schmidt
manfred.schmidt@marienhospital-hamm.de
Station 7 und Station 8, Kölner Str. 82, 40764 Langenfeld
www.rk-langenfeld.lvr.de
Ansprechpartner: Norbert Schätzer (Pflegerische Stationsleitung St. 7)
Tel. 02173 - 1020
bettina.stein@lvr.de
Dr. Axel Weiss (Oberarzt)
Tel. 02173 - 1020
axel.weiss@lvr.de
Psychiatrisches Behandlungszentrum, Aumunder Heerweg 83/85, 28757 Bremen
Telefon: 0421 / 6606 1220
www.klinikum-bremen-nord.de
Beschreibung
Ansprechpartner: Dr. Martin Bührig, Chefarzt
Bettina Kroll, Ldt. Psychologin
bettina.kroll@klinikum-bremen-nord.de
Psychosozialer Trägerverein Solingen e.V., Eichenstraße 105-109, 42659 Solingen
Telefon: 0212/24821-0
www.ptv-solingen.de
Ansprechpartner: Dr. Birgit Kracke (Oberärztin)
bkra@ptv-solingen.de
Beschreibung: Soteria-ähnliche Krisen-Wohngruppe außerhalb des Krankenhauses
Weglaufhaus »Villa Stöckle«, Postfach 280 427, D-13444 Berlin
Telefon: 030 - 406 321 46
Ansprechpartner: weglaufhaus@web.de
www.weglaufhaus.de
Beschreibung: Das Weglaufhaus bietet seit 1996 für "Wohnungslose Psychiatriebetroffene, die das
psychiatrische Netz verlassen haben und ihr Leben wieder in die eigene Hand nehmen wollen" Schutz und
Aufnahme für einige Monate. Finanzierung über Spenden und via Sozialamt.
Kolpinghaus Krefeld, Dionysiusstr. 16-20,
14-tägiges Gesprächsangebot montags 19:30 - 21:30 Uhr
Tel. 02151 / 87 58 04 (nur nachmittags)
www.mut-zum-anderssein.de
Ansprechpartner: Kalle Pehe
kallepehe@arcor.com
Beschreibung: Selbsthilfegruppe für Menschen in, vor und nach seelischen Krisen, Mut zum Anderssein
Volkmar Aderhold: Neuroleptika – Effekte, Risiken, Aufklärung
und Behandlungskontexte (Adobe Acrobat Format)
Volkmar Aderhold: Zur Notwendigkeit und Möglichkeit minimaler
Anwendung von Neuroleptika (Adobe Acrobat Format)
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